BEFALLEN REIHE

Genre: Dystopie / Romanze / Science-Fiction

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Band 1 & Band 2 können ab sofort, in über 1.000 Online-Buchshops und 6.000

Buchhandlungen, bestellt werden.


Aktuelles Projekt:

BEFALLEN - Dunkelmond

Herbst / Winter 2022


Dämmergrau (Band 1)

Klappentext:

»Sieht so aus, als wären wir vom Schicksal

verflucht worden, Nelly Harper.«

 

 Seit über zwei Generationen fristen die Menschen ihr Dasein in Städten unter der Erde.

Um das Leben dort zu meistern, herrschen zwei Grundsätze:

 

ERSTENS: Halte dich an das System.

 ZWEITENS: Betritt niemals die Erdoberfläche. 

 

Doch das hält Nelly nicht davon ab, von der Oberfläche zu träumen. Seit ihrer Kindheit plagen sie Albträume.

Sie kann sich nur ihrem besten Freund und Teampartner Leonard anvertrauen. Eines Tages erhalten sie den Auftrag, das System zu verraten, doch der Plan geht schief. Nelly findet sich an der Oberfläche wieder und von Leonard fehlt jede Spur. Die einzige Person, die sie beschützen kann, ist ein gefühlskalter Soldat namens Cale. Ein Mann, der in ihr nichts weiter sieht, als einen Auftrag. 

 Cale kennt die Wahrheit, doch die Schatten seiner Vergangenheit trüben seine Sicht. Um ihren Freund zu retten und um den Grund ihrer 

Entführung zu erfahren, muss sie lernen, ihrem Feind zu vertrauen. Für Nelly beginnt ein harter Kampf ums Überleben. 

Leseprobe:

Mein Entführer überprüfte die Wrackteile sowie die Soldaten, deren leblosen Körper überall verteilt herumlagen. Ich saß regungslos auf dem Boden und hielt mein brennendes Bein fest. Den Stofffetzen hatte ich etwas fester um meinen Schenkel geschnürt, damit ich nicht verblute. Zu mehr war ich kaum in der Lage. Die grässlichen Handschuhe hatte ich abgenommen und sie in eine der Taschen verstaut, die an meiner engen, schwarzen Schutzkleidung angebracht waren. Ich hasste diesen Anzug schon jetzt. 

 

Immer wieder ließ ich den grobkörnigen Boden durch meine Finger rieseln. Wie man das wohl nannte? Er war rau und kratzig. Trotzdem genoss ich die prickelnde Massage, die er auf meinen Handflächen hinterließ. 

 

Sobald der Wind durch mein Haar fuhr, zuckte ich zusammen. Dieses Gefühl war mir unbekannt und löste jedes Mal eine Gänsehaut auf meinen Armen aus. Hin und wieder sah der Soldat in meine Richtung und schien mich neugierig zu mustern. Mit Sicherheit war ihm bewusst, wie die Umgebung auf mich wirken musste. So wie ich ihn einschätze, grämte es ihn, die nächste Zeit mit einem Grünschnabel festzusitzen. Beinah so, wie die kleine Meerjungfrau, die ich aus meinem Märchenbuch kannte. Ein Mädchen, das an Land verloren gegangen war und sich an der Oberfläche nicht zurecht fand. Ich würde ihm zeigen, dass mich diese Welt nicht so irritierte, wie sie es in Wahrheit tat. 

 

Einmal noch betrachtete ich voller Bewunderung den freien Himmel. Das strahlende Blau, die Ferne und die vereinzelten Wolkenfetzen kannte ich nur aus Büchern und Filmen. Ich betrachtete die Vögel, die über meinem Kopf hinweg schwebten und fühlte die brennende Sonne auf meiner viel zu blassen Haut. In der Ferne entdeckte ich eine Reihe von Gebirgsketten am Horizont. Ihre kantigen Linien flimmerten in der Hitze und ich fragte mich, was wohl dahinter lag.

 

Wir hatten kaum ein Wort miteinander gewechselt und er schien es ziemlich eilig zu haben. Trotzdem wühlte er ungestört im Müll und schmiss Leichenteile von einer Richtung in die andere. Mir war nicht klar, was genau er da trieb, ich hielt mich jedoch zurück. Bei der nächsten Gelegenheit würde ich ihn nach dem Harakiri-Strom-Vorfall ansprechen. Ich wollte wissen, was ihn dazu getrieben hatte, sich töten zu lassen und warum ihn diese Kopfschmerzen plötzlich nicht mehr in den Wahnsinn trieben.

 

Ich ließ die Körner von meiner Hand fallen und sah zu, wie der Wind sie davontrug. Ich konnte die Fakten nicht von mir schieben. Ich war mit einem Mann an der Oberfläche gefangen, der meinen Vater ermorden ließ. Ich habe eine tiefe Wunde an meinem Bein und Leonard war auf dem Weg nach Seattle, um dort auf seine Hinrichtung zu warten. Cale hatte mir bestätigt, dass Leonard in dem verschollenen Transporter festgehalten wurde und vermutlich in Sicherheit war. Mein Herz blutete, als ich an Leonard dachte. Ich wollte in seinen Armen versinken und seinen Trost spüren. Den Verlust meines Vaters mit ihm teilen und meine Einsamkeit wegspülen.

 

Zum zehnten Mal versuchte er bereits einen der Transporter zum Laufen zu bringen. Mit einem mürrischen Gesichtsausdruck kam der Soldat danach in meine Richtung geschlendert, auf den Schultern trug er einen großen Rucksack. 

Als er mich erreichte, grub sich die Nachmittagssonne in seinen Rücken und ich musste meine Augen zusammenkneifen, um ihn ansehen zu können. »Hast du etwas Nützliches gefunden oder sollen wir uns gleich hier die Kugel geben?« 

 

Seufzend fuhr er sich durch sein verschwitztes Haar. »Es ist nicht viel, leider ist das meiste verbrannt, außerdem ist der Transporter mit den Rationen nicht hier. Alles, was ich an Proviant finden konnte, reicht ohne Transportmittel für etwa fünf Tage.«

Er streckte mir seine Hand entgegen, um mir aufzuhelfen, doch ich warf ihm nur einen zornigen Blick zu.

 

»Ich will nicht, dass …«

 

»Ich dich anfasse. Hab’s schon kapiert.« Er schnaubte laut auf, dabei verzog er genervt eine Augenbraue. »Ich dachte, die Mund-zu-Mund-Beatmung hätte deinen Sturkopf bereinigt.«

 

Ich wurde knallrot! Was zum Teufel bildete er sich ein? »Das habe ich nur getan, damit du nicht abkratzt und das Beatmen gehört jawohl dazu. Du wirst mich nicht mehr anfassen, klar! Das war eine Ausnahme. Eine einzige! Auf keinen Fall kommen wir uns nochmal so nah. Vorher lasse ich dich sterben oder falle selbst ins Koma.« 

 

Ich zog das Band in meine Richtung, da es sich erneut aus mir herauswölbte, um sich zu ihm zu dehnen.

 

»Lass mich einen Blick auf dein Bein werfen.«

 

Während er sich hinkniete, zog ich es weg. »Sag mal, hast du mir nicht zugehört? Ich lasse meinen Feind nicht an meine Wunde. Ich kann das selbst, also Finger weg von mir! Zeig mir einfach den Weg. Mehr verlange ich nicht von dir. Verstanden!« Wütend rümpfte ich die Nase, sofort schoss sein Kopf in meine Richtung, sein gleißender Blick stach mir wie ein brennender Pfeil in die Augen, heißer noch als die Sonne über unseren Köpfen. 

 

Der Wind wühlte den Boden zwischen uns auf und meine Haare wirbelten umher. Der Gedanke, von ihm angefasst zu werden, war für mich nicht zu ertragen. Er wich meinem festen Blick aus und biss sich auf die Zähne. Dennoch schien es mir, als würde er meinen Wutausbruch schlucken. Ich hoffte, er hatte begriffen, auf was meine Prioritäten abzielten. 

 

»Der Transporter, in dem dein Partner gefangen gehalten wird, hat bereits Verstärkung gerufen. Nicht mehr lange und das Feld wird geräumt. Vielleicht schicken sie sogar einen Helikopter.« Das Wort „Partner“ hatte er mit Absicht verstärkt betont, während sich sein Blick dem Panorama vor uns widmete. Kurz herrschte Stille zwischen uns.

 

»Wenn sie kommen, werden sie dich zur CIBUS bringen.«

 

»Warum warten wir dann nicht?«

 

Sein Blick wich zu mir. Seine Augen fixierten mein verletztes Bein. »Weil ich dir versprochen habe, dich zur Tenebris zu bringen. Ich halte meine Versprechen. Wenn sie kommen, wird das nicht mehr möglich sein.«

 

Ich konnte nicht anders, als ihn wortlos anzusehen. Er meinte es ernst. 

»Wenn sie es schaffen mich zu schnappen, werden sie Leonard töten, hab ich recht?«

 

Mit einem genervten Gesichtsausdruck strich er sich durch das Haar, das nun ganz verworren aussah. »Er weiß zu viel. Wenn diese Information nach außen dringt, wäre das schlecht für unser Image. Außerdem würde er dich zurückhaben wollen. Das würden sie niemals zulassen.«

 

»Warum hast du mich entführt?« 

 

Er sah mich ernst an. Seine kalten Augen ließen mir eine Gänsehaut über den Rücken fahren. »Antworten machen Dinge kompliziert. Komplizierten Dingen gehe ich aus dem Weg!« 

 

»Etwas anderes hätte ich auch nicht von dir erwartet!«, schoss es aus mir heraus. Dem eiskalten Blick, den er mir zuwarf, hielt ich stand. Ich hatte so viele Fragen und nur er wusste die Antworten. Das machte mich unglaublich zornig. »Wo sind wir und wie weit ist es bis zur nächsten Tenebris?«

 

Seine dunklen Augen strichen kurz über mein Gesicht. Geübt schulterte er den großen Kampfrucksack mit nur einer Bewegung. »Wir sind im östlichen Teil Arizonas, die nächste T-Station ist in Glendale, circa einunddreißig Stunden Fußmarsch von hier entfernt. Wenn wir in Richtung des Salt Rivers ausweichen, gelangen wir auf direktem Weg nach Phoenix. Danach sind es nur noch ein paar Stunden Fußmarsch, bis wir die T-Station vor uns sehen können. Unsere Rationen sollten ausreichen. Leider haben wir kaum Munition, das, was ich einsammeln konnte, reicht für vier Kämpfe. Wir sollten Feinden daher, so gut es geht, ausweichen. Mit einem fahrbaren Untersatz wären wir schneller, aber leider ist bei dem einzigen Transporter, der unbeschadet geblieben ist, die Steuerungselektronik durchgeschmort.« Kurz fuhr er sich durch sein Haar und betrachtete den Boden unter unseren Füßen. Dann mein Bein, meine Hüften und schließlich mein Gesicht. 

 

Sein eindringlicher Blick erzürnte mich. »Hast du mir etwas zu sagen?«, schoss ich ihm genervt entgegen.

 

Er schüttelte den Kopf und wich meinem drohenden Blick aus. »Es ist besser, in Bewegung zu bleiben, bald wird es dunkel und dann wimmelt es hier nur so von Feinden. Außerdem zieht Blut sie an.« Seine Augen fegten über mein pochendes Bein, dann hinauf, zwischen meine Beine. »Ein Grund mehr, weshalb wir Frauen nicht an die Oberfläche lassen.«

 

Ich biss mir auf die Zähne. Seine Arroganz und seine Taktlosigkeit ließen ein wütendes Feuer in mir entstehen, das ich verärgert hinunter zu schlucken versuchte. Hinter meinem Entführer entdeckte ich die ersten Vögel, die sich über dem Schlachtfeld verteilten. Sie hatten zerfetzte Flügel und seltsam geformte Schnäbel. Auch sie waren infiziert.

 

»Bevor wir gehen. Hier!« Er kam einen Schritt auf mich zu und öffnete seine Faust, sodass ich seine Handflächen sehen konnte. Darin lag eine kleine weiße Tablette. 

 

»Diese Pille wird dafür sorgen, dass du weniger Schmerzen hast und laufen kannst. Außerdem wird der Entzug dich nicht mehr so quälen. Heilen wird sie deine Wunde jedoch nicht.« 

 

»Denkst du, ich bin eine Idiotin? Vor ein paar Stunden erst hast du mich mit Meltok vollgepumpt und das schon seit Tagen, ein Wunder, dass ich noch sitzen kann. Jetzt soll ich freiwillig irgendwelche Drogen von dir schlucken? Drogen von der CIBUS? Diesen Mördern und Entführern? Nie im Leben! Dafür ertrage ich lieber den Schmerz in meinem Bein!« 

 

Er kniete er sich zu mir runter. Als sein zorniger Blick mich traf, drang ein Knurren aus seiner Kehle. »Du sitzt noch, weil ich wusste, dass du es verträgst! Wenn du die Pille jedoch verweigerst, werde ich dich tragen müssen, denn du kannst nicht laufen. Wenn es dunkel wird, ehe wir ein Lager gefunden haben, werden wir sterben. Dann wird es hier vor Gegnern nur so wimmeln. Sollten wir hier bleiben, wird die CIBUS dich finden und dein Freund wird sterben. Mir ist egal, für was du dich entscheidest. Aber entscheide dich jetzt! Ich habe keinen Bock, weiter mit dir zu streiten, dafür ist mir meine Zeit zu schade.« 

 

Ich musste schlucken. Er hatte recht. Ich sah zu der Pille in seiner Hand. Ich wollte nicht, dass er mich berührt. Ich wollte es selbst schaffen. Ich wollte nicht gefressen werden und ich wollte Leonard retten. Also nickte ich. Mir blieb auch fast keine andere Wahl. Ich griff nach der Pille. Kurz berührten sich unsere Finger. Als ich zusammenzuckte, nahm er sofort seine Hand runter und fischte eine Flasche Wasser aus dem Rucksack, die er anschließend in den weichen Boden warf. Ich schluckte die Pille hinunter und trank das Wasser leer. Es war aufgeheizt wie der Rest meines Körpers und verschaffte mir nur wenig Erfrischung, trotzdem tat die Flüssigkeit meinen Lippen und meiner Kehle gut. 

Sein durchdringender Blick versetzte mir einen Stich, denn immerhin hatte er mir erst vor wenigen Stunden eine davon gewaltsam in den Rachen gestopft.

 

Er stand auf. Seine Hände gruben sich in den Gurt seines Rucksacks, sodass die Knöchel weiß hervortraten. »Fünf Minuten, dann wirst du laufen können.«

 

»Ich habe jede Menge Fragen an dich«, knurrte ich. 

 

Ohne meiner Aussage Beachtung zu schenken, lief er voran, als wäre sein breiter Rücken Antwort genug. 

Playlist:

1. I Am the Highway - Audioslave

2. The Times They Are a Changine - Bob Dylan

3. Where is My Mind - Pixies

4. When the Night Is Over - Lord Huron

5. The Night We Met - Lord Huron

6. Let´s Get Lost - Beck and Bat For Lashes

7. Midnight City - M83

8. Run - Leona Lewis

9. Flashlight - Jessie J

(Pitch Perfect 2 Soundtrack) 

10. Yellow - Coldplay

11. You´ve Got The Love - Florence + The Machine

12. Bird Set Free - Sia

13. Breathe Me - Sia

14. Heroin - Badflower

15. Santa Monica - Theory Of A Deadman

16. Hurt - Nine Inch Nails

Lesezeichen & Charakterkarten:

Buchtrailer/Teaser: 

Verwendete Bilder: shutterstock, Adobe Stock, pixabay. Musik: Gemafreie Musik von www.frametraxx.de

Illustrationen:


Seelenflamme (Band 2)

Klappentext:

»ICH TUE, WAS IMMER DU VERLANGST.«

ER LACHTE. »DAS WÄRE DAS ERSTE MAL.«

 

Nelly erwacht  in der Krankenstation der Tenebris 36 und ist stark geschwächt. 

Sie darf keine Aufmerksamkeit erregen, denn die Bewohner feiern ihre 

Zwillingsschwester Lora wie eine Heldin. Als Nelly sich auf den Weg macht, 

um Cale zu finden, muss sie feststellen, dass ihn und Lora mehr verbindet, als sie 

befürchtet hat. Mit dem Versprechen, Leonard zu befreien, kehrt er zurück zur 

CIBUS-Industries, doch ihr Vertrauen zu ihm gerät ins Wanken. Schließlich nimmt 

Nelly Kontakt zum Widerstand auf und betritt erneut die Oberfläche.

Buchtrailer: 

Verwendete Bilder: shutterstock, Adobe Stock, pixabay. Musik: Gemafreie Musik von www.frametraxx.de

Illustrationen:


Dunkelmond (Band 3)

Playlist:

1. Skinny Love - Birdy

2. Deer In Headlights - Sia

3. Heaven - Julia Michaels

4. Thnks fr th Mmrs - Fall Out Boy 

5. Home - Hania Rani

6. You’re Somebody Else - flora cash

7. Salvation - Gabrielle Aplin

8. Stone - Jaymes Young

9. Don‘t Deserve You - Plumb

10. Light - Sleeping at Last

11. I Still love You - Josh Jenkins

12. Don‘t Let Me Go - RAIGN

13. Light a Fire - Rachel Taylor

14. Wish That You Were Here - Florence + The Machine

15. Never Let Me Go - Florence + The Machine

16. Breathe - Tommee Profitt & Fleurie